Pakistan hat laut ihrer eigenen Regierung wieder einmal eine Rakete erfolgreich getestet. Das Modell „Shaheen-1“, das über die Möglichkeit verfügt einen Atomsprengkörper zu transportieren, soll sein zu erreichendes Ziel treffsicher erreicht haben und stellte alle Beteiligten der Regierung, sowie vor allem das Wissenschaftlerteam, zufrieden.

Solche Medienberichte, die um die ganze Welt gehen, muss die Menschen unserer Erde immer wieder in Stolz versetzen und uns Menschen wieder und wieder fragen lassen, wie klug wir doch sind. Doch wer hätte es nicht vorhergesehen, dass nach Nordkorea wohl weitere Raketentests folgen würden? Indien meinte als nächstes seine Macht zur Schau stellen zu müssen und schon hier war den meisten wohl klar, dass der Erzrivale Pakistan nicht lange auf sich warten ließ. Wie von Geisterhand ist nun knapp eine Woche später dies auch in die Realität umgesetzt worden.

Die Menschheit muss sich grandios nach solchen Ereignissen fühlen und jeder Einzelne macht Freudensprünge nach derartigen Schlagzeilen. Betrachtet man die Umstände in den zurzeit aktuellen Ländern, die meinen ihre außerordentlichen Entwicklungen und ihren „Fortschritt“ präsentieren zu müssen, merkt man, dass ihre Tests absolut gerechtfertigt sind. Nordkorea, geprägt von einem Diktator und Menschenrechtsverletzungen, Indien, geprägt von der irren Kluft zwischen arm und reich, und Pakistan geprägt von Armut und Versorgungsproblemen. Hört sich das nicht nach den optimalen Bedingungen für solch militärische Tests an? Man vermag zu hoffen man würde träumen oder man bekäme gerade einen schlechten Witz erzählt, aber das ist die Realität! Die bittere und absurde Realität, die die Einwohner der genannten Länder jeden Tag aufs Neue zu spüren bekommen. Wie muss man sich fühlen, wenn man mit Unmengen von Menschen unter Bedingungen, die wir uns teilweise nicht vorstellen können, auf engstem Raum in selbst gebauten Hütten den Alltag verbringen muss und man nebenbei erfährt, dass die eigene Regierung lieber Geld in Raketentests investiert? Es muss ein überwältigendes Gefühl sein! Andererseits können sich diese Menschen erst einmal von solch einer Hiobsbotschaft mit einem Glas höchst sauberem und reichlich vorhandenem Wasser aus den fast ausgetrockneten Brunnen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Dieser da wäre: Jeden Tag um das Überleben kämpfen! Doch was macht das schon, wenn man der Regierung beim „Macht“ und „Kontrolle“ spielen zu schauen kann?

Vielleicht wäre es sinnvoll zuerst die Ordnung im eigenen Land zu erreichen, bevor man versucht sich außerhalb seiner Grenzen Respekt durch unnötig teure Projekte, wie Tests von solchen Raketen, zu verschaffen. Doch diesen Gedanken scheinen nicht viele Mitglieder der Obrigkeiten von solchen Ländern zu hegen. Warum auch? An der Spitze des Staates kann man sein Leben genießen, seine Sicherheit auskosten und für seinen eigenen Nutzen arbeiten lassen. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ so heißt es in der Bibel. Auch wenn die Richtigkeit und der Sinn der Bibel dahin gestellt bleibt, sollte diese Aussage womöglich das Motto der meisten Politiker und Staatsoberhäupter unserer Erde werden.

Man kann nur hoffen, dass der aktuelle Trend sich durch Raketentests produzieren zu müssen nicht von noch mehreren Staaten weitergeführt wird, sondern die wirklich mächtigen Menschen diesen Weg zu den Akten legen können. Die Sicherheit und die Verteidigung eines Landes kann auch anders gesichert werden und muss nicht auf „Stark-Tuerei“ basieren, erst recht nicht, wenn es der Zustand des eigenen Landes eigentlich nicht einmal erlaubt, solch einen Gedanken der „Geldverprasserei“ überhaupt in den Kopf der Beteiligten kommen zu lassen.

Ein Schritt in die richtige Richtung könnte ein Abkommen zum Verbot der Herstellung von Atomwaffen sein, bezogen auf jegliche Staaten dieser Welt. Ein Staat sollte sich nicht an militärischer Stärke messen lassen, sondern vielmehr an der Gesellschaft, die diesen ausmacht. Und ob nun ein Staat Stärke durch Armut und allgemeiner Unterentwicklung in Hilfestellungen für das Volk ausstrahlt, muss man vermutlich nicht diskutieren. Hier machen Raketen, die zum Respekt und abschrecken dienen sollen, gar nichts besser, vielmehr noch alles schlimmer.

Abschließend sollte man sich wirklich einmal überlegen, wie die Beteiligten der genannten Raketentests so naiv sein können und meinen, dass der Rest der Welt und speziell ihre Rivalen Respekt davor haben, dass man sein eigenes Volk verachtet, indem man diesem zeigt, dass eine Rakete wichtiger für das Land ist, als die eigene Bevölkerung. Allerdings könnte hier die Intention eines solchen Handelns den Schwerpunkt auch an einer anderen Stelle gesetzt haben: Dem Rest der Welt zeigen wie eiskalt man handelt.

Autor: Maximilian Göhler

Foto: Johnson Space Center's Digital Image Collection

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